Warum Sie KI bei diesem wichtigen Sicherheitsaspekt nicht vertrauen sollten
KI-Tools wie ChatGPT können keine echten Zufallspasswörter erstellen. Warum das ein Sicherheitsrisiko ist – und welche Alternative wirklich schützt.
Würden Sie ChatGPT oder Copilot bitten, Ihr nächstes Passwort zu erstellen?
Was Forscher herausgefunden haben
Forscher haben KI-Tools systematisch getestet: Sie baten ChatGPT, Copilot und andere Modelle, sichere Passwörter zu erstellen. Oberflächlich sahen die Ergebnisse überzeugend aus – lange Zeichenketten aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Online-Passwortprüfer bewerteten sie als stark, manche behaupteten sogar, das Knacken würde Jahrhunderte dauern.
Bei genauer Analyse zeigte sich ein anderes Bild.
Das grundlegende Problem: KI kann keine echte Zufälligkeit erzeugen
KI-Systeme basieren auf sogenannten Large Language Models (LLMs). Sie sind darauf trainiert, Text vorherzusagen – also das Plausible, das Muster, das Erwartbare zu erzeugen.
KI ist brillant darin, Texte zu erzeugen, die natürlich und plausibel wirken. Genau das macht sie für Passwörter ungeeignet.
Starke Passwörter brauchen das genaue Gegenteil: echte Unvorhersehbarkeit.
Als Forscher Dutzende KI-generierte Passwörter verglichen, fanden sie:
- Wiederkehrende Muster zwischen verschiedenen Passwörtern
- Strukturelle Ähnlichkeiten, obwohl die Zeichenfolgen unterschiedlich aussahen
- Keine wiederholten Zeichen – was verdächtig ist, denn echte Zufälligkeit schließt Wiederholungen nicht aus
Das Fehlen von Wiederholungen klingt zunächst wie ein Vorteil. Es zeigt aber, dass die Passwörter erlernten Regeln folgen – anstatt unvorhersehbar generiert zu werden.
Entropie: Der entscheidende Maßstab
Die Forscher maßen die sogenannte Entropie – ein technischer Begriff für die Unvorhersehbarkeit eines Passworts. KI-generierte Passwörter schnitten deutlich schlechter ab als wirklich zufällige 16-stellige Passwörter.
Das Risiko: Bei einer Brute-Force-Attacke, bei der Angreifer in kürzester Zeit riesige Mengen an Kombinationen durchprobieren, sind solche Passwörter wesentlich leichter zu knacken – trotz ihrer scheinbaren Komplexität.
Online-Passwortprüfer erkennen dieses Problem nicht. Sie prüfen nur sichtbare Komplexität: Symbole vorhanden? Zahlen vorhanden? ✓ – Die strukturellen Schwächen bleiben unsichtbar.
Sogar KI warnt vor KI
Neuere Modelle wie Gemini 2.5 Pro geben mittlerweile selbst Warnungen aus, wenn sie zur Passwortgenerierung aufgefordert werden – und empfehlen ausdrücklich, sich bei sensiblen Konten nicht auf KI-generierte Zugangsdaten zu verlassen.
Die sichere Alternative: Passwortmanager
Wer wirklich sichere Passwörter will, nutzt einen Passwortmanager mit integriertem Passwortgenerator. Diese verwenden kryptografische Zufälligkeit – mathematische Verfahren, die speziell für unvorhersehbare Ergebnisse entwickelt wurden.
KI ist ein hervorragendes Werkzeug zur Produktivitätssteigerung. Bei grundlegenden Sicherheitsaspekten wie Passwörtern ist sie schlicht das falsche Werkzeug.
Wenn Sie Unterstützung bei der Auswahl des richtigen Passwortmanagers für Ihr Unternehmen benötigen – melden Sie sich gern bei uns. Wir helfen Ihnen, die passende Lösung zu finden.
FAQ
Kann ich ChatGPT bitten, ein sicheres Passwort zu erstellen?
Technisch ja – aber es ist nicht empfehlenswert. KI-Modelle basieren auf Sprachmustern und können keine echte kryptografische Zufälligkeit erzeugen, die für sichere Passwörter notwendig ist.
Warum sind KI-generierte Passwörter unsicher?
KI-Tools erzeugen vorhersehbare Muster, auch wenn das Passwort komplex aussieht. Die Entropie – also die echte Unvorhersehbarkeit – ist deutlich geringer als bei kryptografisch erzeugten Passwörtern.
Was erkennen Online-Passwortprüfer nicht?
Sie bewerten nur sichtbare Merkmale wie Länge, Sonderzeichen und Groß-/Kleinschreibung. Strukturelle Schwächen durch KI-typische Muster bleiben unsichtbar.
Was ist die sichere Alternative zu KI-generierten Passwörtern?
Ein Passwortmanager mit integriertem Generator – zum Beispiel Bitwarden, 1Password oder KeePass. Diese nutzen kryptografische Zufallsverfahren und speichern Passwörter sicher.
Warnen KI-Modelle selbst vor dieser Praxis?
Ja. Neuere Modelle wie Gemini 2.5 Pro weisen bei entsprechenden Anfragen darauf hin, dass KI-generierte Passwörter für sensible Konten nicht geeignet sind.
