Zu Content springen
News IT-Sicherheit IT-Updates

Warnung: Verkürzung der Gültigkeitsdauer von TLS-Zertifikaten

Jasper Golze |
Warnung: Verkürzung der Gültigkeitsdauer von TLS-Zertifikaten
4:34

Ab Februar 2026 tritt eine bedeutende Neuerung in Kraft, die alle Betreiber von Websites, Onlineshops und Webdiensten betrifft: Die maximale Gültigkeitsdauer von TLS- bzw. SSL-Zertifikaten wird deutlich verkürzt. Diese Anpassung stellt einen wichtigen Schritt zur Erhöhung der Internetsicherheit dar, sie bringt aber auch organisatorische und technische Anforderungen mit sich, auf die sich Unternehmen rechtzeitig einstellen müssen.

Was ändert sich bei TLS-Zertifikaten?

TLS-Zertifikate sichern die Verbindung zwischen Nutzern und Webservern und sind ein fundamentaler Bestandteil der Internet-Security. Bisher konnten öffentlich ausgestellte TLS-Zertifikate für bis zu 398 Tage gültig sein. Ab Februar 2026 werden diese Laufzeiten jedoch stark reduziert.

Die neue Staffelung sieht wie folgt aus:

  • Bis 15. März 2026: weiterhin bis zu 398 Tage zulässig

  • Ab 15. März 2026: maximal 200 Tage

  • Ab 15. März 2027: maximal 100 Tage

  • Ab 15. März 2029: maximal 47 Tage

Diese neuen Obergrenzen ergeben sich aus einem branchenweiten Beschluss des sogenannten CA/Browser Forums, in dem Zertifizierungsstellen und Browser-Hersteller gemeinsam Sicherheitsstandards definieren.

Warum diese Änderung?

Der Hintergrund dieser Entscheidung liegt in der zunehmenden Bedeutung aktueller und verlässlicher Sicherheitsstandards. Je kürzer ein Zertifikat gültig ist, desto geringer ist das Risiko, dass ein kompromittiertes oder fehlerhaft ausgestelltes Zertifikat über einen längeren Zeitraum missbraucht werden kann. Gleichzeitig fördern kürzere Laufzeiten den Einsatz automatisierter Zertifikatsverwaltung, da manuelle Prozesse bei so kurzen Intervallen kaum noch praktikabel sind.

Auswirkungen auf Ihr Unternehmen

Die neue Regelung betrifft nicht nur große Organisationen, sondern jedes Unternehmen, das eine Website oder Webdienst betreibt. Besonders relevant sind folgende Punkte:

Häufigere Erneuerungen

Da Zertifikate künftig deutlich kürzer gültig sind, müssen sie häufiger erneuert werden. Eine manuelle Verwaltung ist hier schnell unübersichtlich, fehleranfällig und kann im schlimmsten Fall zu abgelaufenen Zertifikaten führen mit negativen Folgen für Nutzervertrauen und SEO.

Domain- & Organisationsvalidierung

Auch die Fristen für Domain- oder Organisationsvalidierungen werden strenger. Das bedeutet, dass bestehende Validierungen nicht ohne Weiteres für neue Zertifikate genutzt werden können.

Risiken bei fehlender Anpassung

Wenn Zertifikate ablaufen, ohne rechtzeitig erneuert zu werden, führt das zu:

  • Sicherheitswarnungen im Browser

  • Verlust von Nutzer-Vertrauen

  • Technischen Störungen im Datenverkehr

TLS  SSL (1)

So bereiten Sie sich richtig vor

Damit sie ohne Ausfallzeiten oder Sicherheitsprobleme durch die neue Regelung kommen, sollten sie folgende Schritte planen:

Um auf die verkürzten Gültigkeitszeiträume von TLS-Zertifikaten vorbereitet zu sein, ist vor allem eines wichtig: Übersicht. Unternehmen sollten frühzeitig wissen, wo überall Zertifikate im Einsatz sind von öffentlichen Websites über APIs bis hin zu internen Diensten oder E-Mail-Systemen. Nur so lässt sich vermeiden, dass Abläufe unbemerkt gestört werden. Mit den kürzeren Laufzeiten gewinnen automatisierte Prozesse deutlich an Bedeutung. Manuelle Erneuerungen sind auf Dauer fehleranfällig und kaum skalierbar. Automatisierte Zertifikatsverwaltung sorgt dafür, dass Erneuerungen zuverlässig und rechtzeitig erfolgen ohne zusätzlichen operativen Aufwand.

Ergänzend empfiehlt sich ein kontinuierliches Monitoring. Frühzeitige Hinweise auf bevorstehende Abläufe helfen dabei, rechtzeitig zu reagieren und Ausfälle zu vermeiden. Wichtig ist, dass diese Hinweise dort ankommen, wo sie im Alltag auch wahrgenommen werden. Damit all das greift, braucht es klare Zuständigkeiten und definierte Abläufe. Wenn Verantwortlichkeiten eindeutig geregelt sind, lässt sich auch bei kürzeren Zertifikatslaufzeiten strukturiert und kontrolliert arbeiten. So wird die Umstellung nicht zur zusätzlichen Belastung, sondern zu einem planbaren Teil der IT-Sicherheitsstrategie.

Fazit

Die Verkürzung der TLS-Zertifikat-Laufzeiten ist keine kurzfristige Einschränkung, sondern Teil einer langfristigen Sicherheitsstrategie. Unternehmen, die sich frühzeitig darauf einstellen, schaffen nicht nur technische Stabilität, sondern verbessern auch ihre Sicherheitsstandards insgesamt. Wer hingegen abwartet, riskiert unnötige Unterbrechungen und zusätzlichen Aufwand.

WER jetzt handelt, profitiert später:

  • weniger Risiko durch veraltete Zertifikate

  • bessere Sicherheit für Nutzer

  • automatisierte Verwaltung statt händischer Fehler

Stelle sicher, dass sie jetzt aktiv werden und ihre Zertifikatsstrategie fit für 2026 und darüber hinaus machen.

Diesen Beitrag teilen